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Tonhalle-Orchester Zürich mit «Swiss-Roots»

Tonhalle-Orchester Zürich
Tinu Heiniger, Gesang und Gitarre
Simon Gaudenz, Leitung
«Swiss-Roots» von Florian Walser
Premiere

Das Kernrepertoire eines Sinfonieorchesters basiert oft auf Volksmusik. Vor 200 Jahren klangen Konzert- und Tanzmusik noch fast gleich, so war etwa Franz Schubert ein Meister beider Metiers. Im 19. und 20. Jhdt. wurde Volksmusik oft zitiert und war Grundlage von kunstvollen Partituren, etwa bei Mahler, Bartok, Schostakowitsch oder Lutoslawski. Und immer wieder berührt die Einfachheit dieser Zitate die Zuhörerschaft. «Swiss-Roots» von Florian Walser streift in 45 Minuten durch 200 Jahre Schweizer Volksmusik und lässt erleben, wie magisch, virtuos und tänzig unsere eigene Volksmusik in der Sprache des grossbesetzten Sinfonieorchesters klingt.

Tonhalle-Orchester Zürich

Auftritt

Samstag 29.8. / 14.00 Uhr / Tonhalle Maag Konzertsaal

Details zu «Swiss-Roots»

«Swiss-Roots» ist ein Streifzug durch 200 Jahre Schweizer Volksmusik. Aus alter Zeit klingen die Berner Redouten-Tänze, das Greyerzer Tanzliedchen "Allons voir chez ses filles" oder der "Luterbacher" zu uns herüber. Traditionelle Melodien der Tessiner Bandella bringen eine lebhafte südländische Brise. Traditionelles und modernes Liedgut singt Tinu Heiniger in seiner authentischen Art, er eröffnet die Orchestersuite mit einem melancholischen Blick auf das Emmental. Die Neuzeit wird vertreten durch Kompositionen von Ueli Mooser, Albin Brun/Isa Wiss und Markus Flückiger.

Sinfonische Techniken von Johannes Brahms, Gustav Mahler, Richard Strauss oder Dmitri Schostakowitsch färben die Schweizer Volksmusik neu ein, und natürlich hält auch die Neue Schweizer Volksmusik gemäss dem Motto des Festivals Stubete am See Einzug.

Florian Walser fühlt sich in dieser Suite für grosses Orchester der Tradition von Brahms' Ungarischen und Dvoraks Slawischen Tänzen verpflichtet. Tänzige Musik also zur Unterhaltung, zur Freude an den einfachen Melodien und zum Spass an den unendlich vielen Klangfarben, Stimmungen und der Virtuosität eines modernen Sinfonieorchesters.

Florian Walser, Komposition

Florian Walser ist seit 1990 Klarinettist im Tonhalle-Orchester Zürich. Ebenso lange ist er infiziert mit dem Volksmusik-Virus; so arbeitete er an der Herausgabe der Hanny-Christen-Sammlung mit, leitete für 2 Jahre das Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik in Gonten, komponierte und arrangierte verschiedene Programme für das Schweizer Oktett und für Linard Bardill und gab verschiedene Notensammlungen im Mülirad-Verlag heraus. Für das Tonhalle-Orchester Zürich entstanden im Auftrag von David Zinman und Lionel Bringuier verschiedene Werke für grosses Orchester mit Bezug zur Schweizer Volksmusik, welche als Zugaben weltweit zur Aufführung kamen.  Er vertonte verschiedene Filme, so etwa "Bolero Station" von Rolf Brönnimann. Als Komponist sieht sich Florian Walser als Schöpfer von Gebrauchs- und Unterhaltungsmusik.

Unterhaltungsmusik gehörte in früheren Zeiten zur Zürcher Tonhalle. Dies veranlasste Florian Walser 2006 im Klassiktempel Tonhalle Zürich ein Festival für Schweizer Volksmusik zu initiieren. Die Stubete am See, das Festival für Neue Schweizer Volksmusik  konnte bereits 6 Mal unter seiner künstlerischen Leitung durchgeführt werden. Ab 2020 initiiert er zusammen mit Sils Tourismus ein zweites Festival in Sils im Engadin.

Tinu Heiniger, Gesang und Gitarre

Tinu Heiniger ist nicht nur der Doyen der Schweizer Mundartmusik, er ist der wohl einer der besten Liederschreiber der Schweiz. In den Siebzigerjahren in einem Umfeld des Protestsongs sozialisiert, war er schon damals in einer Zunft der liedernden Aktivisten unter singenden Dichtern der dichtende Sänger: mit sehr viel mehr Musikalität begabt als die meisten Kollegen. Seine Lieder sind Schweizerlieder, immer wieder besingt er sie, die Schweiz, die Berge und Seen, die Dörfer und Städte, die Höger und Täler. Er wohnt schon lange nicht mehr im Emmental, aber er kommt von dort, es hat ihn geprägt. Er übersetzt wie kein anderer den Emmentaler-Blues in Musik. Tinu Heiniger singt auch noch in folgendem Konzertblock Ämme-Folk Samstag 29. August 2020 22.00-24.00 im Moods

Simon Gaudenz, Leitung

Der Schweizer Dirigent Simon Gaudenz ist Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie. Eine frische, unverbrauchte Herangehensweise vor dem Hintergrund der historisch informierten Aufführungspraxis charakterisieren seine Konzerte und Einspielungen. Simon Gaudenz und die Jenaer Philharmonie begeistern mit zahlreichen neuen und innovativen Ideen, worunter der Mahler-Scartazzini-Zyklus, ein Projekt, das internationale Aufmerksamkeit erregt und dem Orchester bereits Einladungen zu Festivals wie den Gustav Mahler Musikwochen in Toblach einbrachte.

Als international gefragter Gastdirigent dirigiert er zahlreiche renommierte Klangkörper wie die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Orchestre National de France, die Russische Nationalphilharmonie, das Oslo Philharmonic, die Bamberger Symphoniker, das WDR Sinfonieorchester, die NDR Radiophilharmonie, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, die Rundfunkorchester von Berlin, München, Stuttgart und Saarbrücken, die Philharmonischen Orchester von Monte Carlo, Lyon und Luxembourg, das Bayerische Staatsorchester und weitere.

Tonhalle-Orchester Zürich

Nach den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Tonhalle-Gesellschaft Zürich in den letzten beiden Saisons, die zudem zahlreiche Uraufführungen und szenische Produktionen brachten, beginnt das Tonhalle-Orchester Zürich 2019/20 zusammen mit dem Chefdirigenten und Music Director Paavo Järvi ein neues Kapitel der Orchestergeschichte.

Bis 2013/14 leitete David Zinman fast 20 Jahre das Tonhalle-Orchester Zürich und ist heute Ehrendirigent; bis 2017/18 war Lionel Bringuier Chefdirigent. 2019/20 werden sämtliche Sinfonien von Tschaikowsky mitgeschnitten, welche die über 40 CD-Produktionen mit Gesamteinspielungen aller Sinfonien von Beethoven, Mahler, Brahms und Schubert sowie einer Ravel-Box, einer Jubiläums- CD-Box und einer Messiaen-CD ergänzen.

Im Tonhalle-Orchester Zürich spielen rund 100 Musikerinnen und Musiker aus 20 Nationen pro Saison etwa 50 verschiedene Programme in über 100 Konzerten. Die provisorische Spielstätte Tonhalle Maag regt zu besonderen Konzertprojekten an, wie sie etwa vom Duo Calva in Familien- und Schulkonzerten realisiert wurden. Die Musikvermittlung, ein grosses Anliegen des Tonhalle-Orchesters Zürich, hält Hörerlebnisse für alle Altersgruppen bereit. Im März 2021 zieht das Tonhalle-Orchester Zürich in die renovierte Tonhalle am See.

 

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