Willkommen zum Corona-Tagebuch der Stubete am See

Die Stubete-Macher Florian Walser und Johannes Schmid-Kunz haben zusammen mit den Musikanten der Stubete am See 2020 in 68 Beiträgen vom 2. April bis zum 8. Juni 2020 täglich einen neuen musikalischen Beitrag erstellt. Wir wühlten in den Archiven, wir komponierten, wir brachten zum Klingen und wir recherchierten. Lassen Sie sich anstecken von der Lust auf aktuelle Schweizer Volksmusik. Mit diesem Tagebuch überbrückten wir die Zeit der Corona-Pandemie und die Unsicherheit, ob 2020 überhaupt ein Festival durchgeführt werden kann.

8. Juni 2020

Herzlich willkommen zu einer ganz neuen Stubete am See

Wir sind glücklich, Ihnen heute ein ganz neues Festival zu präsentieren. Ab heute ist das überarbeitete Programm der Stubete am See auf dieser Website online. Wir konzentrieren das Festival auf eine Bühne im Konzertsaal Tonhalle Maag und schaffen für Sie mit einem reduzierten Ticketverkauf ein sicheres und entspanntes Festival Ende August. Ab heute sehen Sie den neuen Zeitplan des Festivals mit täglich zwei Konzertreihen. Sie finden einen umfassenden Beschrieb unseres Programms mit 14 Ensembles und einem Kinderprogramm. Sie finden unser Schutzkonzept online und wichtig – der Ticket-Vorverkauf beginnt heute. Da pro Konzertreihe nur 250 Plätze verkauft werden, ist ein früher Kauf der Tickets zu empfehlen.

Am vergangenen Wochenende hat unser Ländlerorchester 2020 diesen Neustart übrigens gleich umgesetzt und zwei Tage intensiv geprobt. Das Bild oben stammt aus dem Stadttheater Langenthal, wo sich das Orchester zum ersten Mal zusammengefunden hat. Wir berichten auf dieser Website demnächst darüber.

Wir beenden heute dieses Corona-Tagebuch mit der Bekanntgabe des neuen Festivalprogramms. Danke für das Interesse an den 68 Beiträgen seit dem 2. April, wir sind froh, die Unsicherheit über unser Festival 2020 nun endlich hinter uns zu lassen. Studieren Sie ab heute das Resultat unserer Arbeiten der vergangenen Wochen und kommen Sie am 29. und 30. August zu uns in die Tonhalle Maag zum grossen Fest der aktuellen Schweizer Volksmusik!

Johannes Schmid-Kunz und Florian Walser

7. Juni 2020

Das CD-Label Musiques-Suisses ist unter dem Dach von Naxos wiedererwacht / Welcher Schatz unter dem Dach der Nationalphonothek schlummert

Wir freuen uns, dass das Label Musiques-Suisses wieder aktiv neue CDs produziert. Seit der Schliessung unter dem Dach von Migros wurden nur noch die bestehenden CDs vertrieben. Nun wagt man den Neuanfang in einem schwierigen Geschäft unter dem Dach von NAXOS, wo bereits 20 ehemals selbstständige CD-Labels zusammengefügt sind. Seit gestern steht fest, dass wir zusammen mit Musiques-Suisses wieder eine Festival-CD 2020 produzieren können, ein Angebot, das von unserem Publikum 2018 vermisst wurde. Wir sind auch glücklich darüber, 2020 wieder alle unsere Konzerte aufnehmen zu können, um diese danach im Archiv der Schweizerischen Nationalphonothek sicher verwahrt zu wissen für spätere Generationen. Wenn Sie in der Auflistung unserer über 120 Konzertaufnahmen bei der Phonothek (Link unten) auf "Weitere Informationen" klicken, dann sehen Sie etwa, dass «Suisse Miniature» von Corin Curschellas an der Stubete am See am 26.8.2012 den Titel «Star de legher» aus Savognin sang. Anhören kann man die Aufnahmen an den AV-Arbeitsplätzen der Phonothek. In Zürich befinden sich diese in der ETH, in verschiedenen Bibliotheken, in der Universität, in der Zentralbibliothek und in der ZHdK.

6. Juni 2020

Neue Schweizer Volksmusik findet wieder statt

Die vier Basler Organisatoren von Swiss Market Place laden zur Swiss Market Session in die Basler Markthalle. Am Donnerstag 25. Juni treffen sich die drei von Sulp (Matthias Gubler, Hannes Fankhauser und Simon Dettwiler) und Balthasar Streiff mit den vier Gästen Seraina Clark, Eva Wey, Benjamin Brodbeck und Hansjürgen Wäldele jeweils in zufälligen Paaren. Als Publikum kann man die Entstehung der Musik unmittelbar miterleben. Gratulation von hier nach Basel zum Schnellstart ins Konzertleben!

5. Juni 2020

Folge 8 der Kurzfilmserie mit und über den Komponisten und Chorleiter Peter Roth

Die Sehnsucht nach dem Ort, wo wir herkommen besingt Peter im Song «Come an go to that land» von Blind Willie Johnson und spannt dabei den Bogen zum Materialismus, der heutigen Sehnsucht. An der Stubete am See wird das Programm «Vom Zauberklang der Dinge» mit Peter Roth und seinem Quartett zur Uraufführung kommen.

4. Juni 2020

Die neue CD «Büchelbox» von Balthasar Streif und Yannick Wey

Ein kaum mehr gespieltes Instrument aus dem Muotatal, der Büchel, ein ursprügliches Instrument, das die traditionelle Musik des Muotatales repräsentiert. Dank Balthasars und Yannicks Recherchen kam eine faszinierende Sammlung von Büchelmelodien aus über drei Jahrhunderten zusammen. Diese Musik ist neu bei Zytglogge auf CD erschienen.

3. Juni 2020

Die neue CD «Ils Fränzlis mit alles und scharf»

Daraus heute der Titel «Eine us em Plasticksack» als quasi virale CD-Taufe. Wir gratulieren zum neuen Werk und freuen uns, die erweiterten Fränzlis mit noch einigen zusätzlichen Janetts an der Stubete am See in Sils zu begrüssen!

2. Juni 2020

Zwei Virtuosen des Schwyzerörgeli-Forums in Zweisamkeit

Marcel Oetiker und Robin Marc spielen den virtuosen Ländler «Dr Zweisaam», der immer wieder Wendungen nimmt, die man so nicht erwartet. Sie kultivieren das Lockdown-Video damit zu einer Kulturform, die uns vielleicht erhalten bleibt und noch lange Blüten treibt. Jedenfalls nahm auch die Zusammenarbeit der Stubete am See mit dem Schwyzerörgeli-Forum gestern eine überraschende Wendung: Das Forum hat beschlossen, dass ihre Premiere an der Stubete am See nicht stattfinden wird und stattdessen digital zu Ende geführt wird. Das Schwyzerörgeli-Forum war schon seit seiner Gründung bekannt für ungewöhnliche Projekte. Wir alle bedauern, dass wir die Premiere mit dem Forum verlieren, aber freuen uns zugleich, dass diese Ensemble einen Schritt in die Zukunft geht. Über die neu konzipierte Stubete am See 2020 gemäss Schutzkonzept Tonhalle Maag werden wir Sie in den nächsten Tagen auf dieser Website informieren.

1. Juni 2020

Das Tonhalle-Orchester Zürich nimmt den Konzertbetrieb wieder auf und die Stubete am See 2020 kann stattfinden

Die Tonhalle-Gesellschaft Zürich hat auf Grund der Lockerungsschritte, die vergangene Woche kommuniziert wurden und ab Samstag 6. Juni umgesetzt werden können, ein Nutzungskonzept für die Tonhalle Maag erarbeitet, welches auch die Stubete am See umsetzen wird. Konkret heisst es für uns, dass der Konzertsaal in der Maag statt mit 1224 nur mit 250 Besuchern bespielt werden kann.

So viel sei heute verraten: Wir werden auf dieser Website demnächst ein neues Festival vorstellen können, das unserem Publikum einen entspannten Konzertbesuch ermöglicht und unser Thema "Neue Schweizer Volksmusik" radikaler den je umsetzen wird: Es werden fast ausschliesslich Premieren zu hören sein, also Musik, die am 29. und 30. August an der 7. Stubete am See zum ersten Mal überhaupt erklingt. Wir freuen uns auf diese neue Perspektive und setzen alle Kräfte dafür ein, im August mit Ihnen ein einmaliges und neues Volksmusikfest in Zürich-West zu feiern, quasi ein Donaueschingen der Schweizer Volksmusik:-)

31. Mai 2020

Die Schweizer Chöre und die Volksmusik

Der Leiter des Schweizer Jugendchors Nicolas Fink im Interview bei der SRF Musikwelle über die neue CD «S isch äben e Mönsch uf Ärde» (Link zur Sendung unten):

Die neu erschienene CD, aus der in der Sendung etliche Beispiele zu hören sind, vermittelt Schweizer Tradition und berücksichtigt die Schweizer Volksmusik in allen Sprachregionen. Dabei kommt man um das Jodellied nicht herum. Wie etwa lernt der Schweizer Jugendchor jodeln, oder wie können sich die jungen SängerInnen mit den heimatlichen Texten verbinden?

Es ist zu beobachten, dass sich Schweizer Chöre, und vor allem junge Chöre, der Volksmusik zuwenden, was einen weiteren Aspekt in die Neue Schweizer Volksmusik bringt. Um sich diesem Phänomen anzunähern hat die Stubete am See 2020, als aktuelle Werkschau der Neuen Schweizer Volksmusik, drei verschiedene Chöre eingeladen. Der Leiter des Schweizer Jugendchors, Nicolas Fink, übernimmt übrigens 2020 den WDR Rundfunkschor.

30. Mai 2020

Eine neu veröffentlichte Aufnahme der sCHpillit am Festival Alpentöne

Im heutigen Video (Link zu SRF unten) geben die sCHpillit Einblick in ihr Schaffen rund um die Walliser Volksmusik. Am Festival Alpentöne 2017 war «Ronde des lutins» von Helena Winkelman und «Alb-Cher» von Heinz Holliger zu hören, dazu gibt es ein Interview mit der Klarinettistin Sabine Gertschen, der Komponistin Helena Winkelman und Christian Zehnder. An der Stubete am See 2020 werden die 9 MusikantInnen von sCHpillit traditionelle Walliser Musik und das für sie geschriebene «Tanzbüchlein» von Daniel Fueter aufführen.

29. Mai 2020

«zita bimmelt» zu erleben im Kinderprogramm «Zoge am Boge» der Stubete am See

Madlaina Janett und Barbara Gisler gestalten unser Kinderprogramm. «Wie funktioniert eigentlich das Jodeln?» – «Wie tanzt man einen Walzer» – «Welches Lied singt der Güggel frühmorgens auf dem Bauernhof?» Einige Antworten auf diese wichtigen Fragen rund um die Schweizer Volksmusik werden hier beantwortet unter anderem mit dem Musiktheater «so fies!» vom Trio «zita bimmelt» mit Severin Barmettler, Zita Bucher und Melanie Dörig. Wir freuen uns auf Ihren Nachwuchs!

28. Mai 2020

Einige Anekdoten aus einem unveröffentlichten Bericht von Hanny Christen über den Klarinettisten Cla Genua (1869-1937) und einen Tanzanlass in Ardez

Heute ein Nachtrag zum Tagebuch-Eintrag vom 16. Mai 2020: Annerose Krey, die an den Archivunterlagen von Hanny Christen (40 Ordner) arbeitet, hat uns einen Bericht über das Unterengadin zukommen lassen. Die Originalakten liegen im Staatsarchiv Baselland PA 6297. Herzlichen Dank dafür an Fritz und Annerose Krey!

"Do isch denn am 2. Teil vom Obe der Tanz dur d’Musikante lydeschaftliger worde. Der Klarinettler Cla Genua het der Takt gschlage mit em Fuess, dass me’s ghört het. Er het nit wiene Maschiene gspielt, nei, bald het er für dä Tänzer gspilt, bald wieder für en andere.

Mit der Mueter isch er denn (aus Italien, wo Cla aufwuchs) zrugg cho. Er isch es Herrli gsi, gebildet, spindeldürr sig er gsi und wenn er denn klarinettlet het, heb men en näbe der Klarinette kum gseh. Bi der Scharplatz-Musig, ere Glägeheitsmusig, wo 33 Johr dure ufgspielt het, isch er gsi. Me het die Musig bstellt und d’Musikante hei weniger Stüre derwäge müese zahle.

Em Spielma Genova (statt Genua) isch der Dume abgfrore, e Glück für en, dass es kei andere Finger gsi isch, susch hätt er nümme so vermaledeit guet chönne ufspiele. Drum sott me sich d’Naegel lo wagse, wie der Weger am Flüela grote het; das tet d’Fingerspitze schone gege d’Chelti!

Der Leonard Cantieni-Bergamin vo Chur sait mer im Postauto, vo Sent abe, er heb im Cla Genua emol welle e Freud mache und em d’Platte gspielt, won er z'Züri 1925 het lo mache. Do heb der Cla Genua aber gschumpfe, si solle ufhöre mit dene Tänzli, do sig ja kei Seel dinne! Susch heb me ne doch gruefe zum cho spile und si syge cho, mit Ross-Schlitte, oder z’Fuess. So aber (wenn man Schallplatten anhört) sig’s jo nüt meh!

Wenn der Cla Genua e Tänzli ghört het, heb er’s chöne ganz ufschribe. Ohni Note sig’s gar muesam gsi für en. S’Noteheft, woni Fried Badrutt ha dörfe mit neh isch sehr suber gsi, allwäg eis vo de spötere, um 1924, ganz wenig Engadiner Tanzwyse. Italiänischi Sache und Innerschwyzer, wie my Kartothek usebrocht het."

27. Mai 2020

 

Max Lässer mit «Allons voir chez ses filles»

In der Volksmusik-Sammlung von Hanny Christen gibt es ein hübsches Kapitel mit Greyerzer Tanzliedchen. Es sind meist vergessene Liedmelodien ohne Worte. «Allons voir chez ses filles» fällt besonders auf, da diese Melodie ganz unterschiedlich harmonisiert werden kann. Im Notenausschnitt ist eine einfache Harmonie-Variante angegeben. Im Video mit May Lässers Überlandorchester wird schon weiter gesucht. Und in Ergänzung zu gestern schon beeindruckend, welche Vielfalt an Klängen Max seinen Gitarren entlockt. In der Uraufführung von «Swiss-Roots» mit dem Tonhalle-Orchester Zürich wird diese Melodie im Stile von Schostakowitsch zu erleben sein – wenn das Tonhalle-Orchester denn am 29. August auftreten kann. Dazu erfahren wir ja heute endlich mehr.

26. Mai 2020

Die Gitarren in der Schweizer Volksmusik

Hört man in diesem Video Jürg Nietlispach auf der Gitarre beim Begleiten zu, so fragt man sich, warum die Gitarren in der Schweizer Volksmusik nicht häufiger eingesetzt werden? Dabei gab Max Lässer schon 1982 Aufnahmen von Alten Schweizer Tänzen heraus, welche grosse Aufmerksamkeit erweckten. Dide Marfurt und Dieter Ringli stellen bei «Drüdieter» die Gitarren ins Zentrum oder bei Pflanzplätz hält die Gitarre dank Jürg Nietlispach Einzug. Hört man dem «Duo Gabriel Nietlispach» zu, so kriegt man jedenfalls Lust auf mehr! Die "Schweizer Gitarre" ist die Halszither, der 2014 das reisende Festival «Ufzupft» gewidmet war. Musikanten wie Christoph Greuter, Dide Marfurt, Ueli Ammann, Lorenz Mühlemann oder Thomas Keller waren beteiligt. Die Auflistung der Gitarristen in diesem Kurzartikel ist nicht vollständig.

Ein Einblick ins vielseitige Musikleben von Peter RedHawk Holdener

Dani Häusler präsentiert in diesem äusserst amüsanten und informativen Portrait auf SRF Musikwelle ein Original der Berner Musikszene, Peter Holdener. Schauspielern und Witze erzählen gehört genau so zu seinen Auftritten wie der Bass und das Schwyzerörgeli. Die Liste der Musikbeispiele ist ebenso spannend und breit gefächert. Sie reicht von historischen Schweizer Aufnahmen zu Aufnahmen mit Holdeners Besetzungen, zu Finnischem , zu Max Lässer, oder Pflanzplätz. Verschiedene seiner Berner Musikantenkollegen werden im Schwerpunkt Emmental an der Stubete am See 2020 zu erleben sein. Und was hat es denn eigentlich mit seinem Namen RedHawk auf sich?

24. Mai 2020

Junger Chor Zürich JuchZ

Etwas eher Sakrales zum Sonntag mit dem Jungen Chor Zürich unter der Leitung von Lisa Appenzeller. Die Probenarbeit des Chores ist nicht eingeschlafen, findet online statt, und für die Stubete am See wird ein Schweizer Programm geplant. Da Lisas Ehemann Grégoire May ebenfalls Chöre leitet, trifft sein Jodlerclub Bergbrünneli Küsnacht an der Stubete am See mit JuchZ zusammen.

23. Mai 2020

Der neue Übermut beim Musizieren ohne Kopfhörer

Was Ambäck nach 7 Lockdown-Videos hier präsentiert, ist ein fühl- und hörbarer Befreiungsschlag (Füsse der Musiker beobachten). So sehen wir alle nach der Pressekonferenz des Bundesrates vom 27. Mai einem entfesselten Musiksommer entgegen! Die wenigen Sommer-Festivals, die ihre Veranstaltungen nicht abgesagt haben, werden so 51 Jahre nach Woodstock zum Befreiungsschlag mit integrierten Corona-Massnahmen. Wir werden Sie auf dieser Website bald über die Stubete am See vom 29. und 30. August 2020 informieren können, wir bleiben dran.

22. Mai 2020

«säuteni Musig uf säutene Inschtrumänt», ein Video von Susanne Jaberg

Es gab eine Zeit, da wurden viele neue Instrumente erfunden um das einfache Musizieren zu Hause zu erleichtern. Neben einer Vielzahl von Zithern wurde auch die «Celesta» entwickelt, ein zweichöriges Streichinstrument, das uns Susanne Jaberg aus Sumiswald hier vorstellt. Die Violine hat Bünde auf dem Griffbrett, um das Treffen der Töne zu vereinfachen, und die Doppelsaiten ergeben auf Anhieb einen volleren Klang. Susanne schreibt uns zu ihrem seltenen Instrument: „Ein Mann aus Langnau hat dieses auf dem Estrich seiner Mutter gefunden und mir geschenkt. Weder er noch ich hatten eine Ahnung, was das ist. Auch nach langem Recherchieren im Internet bin ich nicht schlau geworden. Schlussendlich hat mir Lorenz Mühlemann weitergeholfen. Er hat Unterlagen gefunden zu diesem Instrument.
Herzlichen Dank an Susanne für deinen Einsatz für selten Gehörtes, und Dank an Lorenz Mühlemann ins Schweizer Zither-Kulturzentrum in Trachselwald für die Recherche und den historischen Werbezettel zur Celesta.

21. Mai 2020

Erstmals geht der Thurgauer Kulturpreis an eine ganze Familie

Der Name der Premiere «Janett juhee» an der Stubete am See in Sils wurde vom Kanton Thurgau erhört: Curdin und Sibylle mit den Kindern Madlaina, Cristina und Niculin wurden mit dem Thurgauer Kulturpreis ausgezeichnet. Gratulation von unserer Seite zur erfolgreichen Weitergabe des Musikgens, das scheinen die Janetts voll zu beherrschen. Der «directeur artistique» Domenic führt übrigens in Sils 9 Janetts zusammen...im Eintrag weiter unten vom 8. April finden Sie ein Video, das die Weitergabe des Musikgens in der Küche dokumentiert.

20. Mai 2020

Das Kinderprogramm "Zoge am Boge" der Stubete am See...

...wird ein Musiktheater, einen Tanz- und einen Jodelkurs anbieten. Unser Team von "Zoge am Boge" konnte die junge Jodlerin Arlette Wismer für den Jodelkurs nach Zürich verpflichten. Wir freuen uns auf die frischen Stimmen und Energien von "Zoge am Boge" an der Stubete am See 2020.

19. Mai 2020

100 Jahre Josias Jenny und was der Bündner Stil mit der Musik des Bernbiets zu tun hat

Ueli Stump und Ueli Mooser zeigen in diesem Podcast der SRF Musikwelle auf, wo Josias Jenny den Zwick und Pfeffer seiner Örgelibegleitung entwickelt und damit die Bündnermusik geprägt hat. Am Schluss des Podcast hören Sie eine historische Aufnahme des «Berner Ländlerquartetts» von 1944 mit dem Titel «Parpaner Skischule».

18. Mai 2020

Michel Nikita Pfister et son Hackbrett à Lausanne

Heute erfahren Sie von einem der engagiertesten Volksmusikanten aus der Romandie, Nikita Pfister, was ihm sein Instrument, das als einziges dem Spieler und nicht dem Zuhörer zugewandt ist, bedeutet. Nikita war mit «Filigrane» 2012 Gast an der Stubete am See.

Die Stubete am See 2020 ermöglicht erstmals eine einzigartige Gegenüberstellung: Auf das Walliser Hackbrett von David Elsig trifft das Appenzeller Hackbrett von Emanuel Krucker. Die beiden Instrumente haben sich über Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, ganz eigenständig entwickelt. Wir führen Sie im Konzert von IGspannt wieder zusammen.

17. Mai 2020

 

Andreas Gabriel geadelt: Auf der Titelseite des «folker»

Was man im Deutschen Rudolstadt heuer hätte erfahren können, das hat sich bei uns in der Schweiz seit längerem herumgesprochen: Andreas Gabriel ist ein zentrales Zahnrad in der Schweizer Volksmusikszene und weckt nun das Interesse in den umliegenden Ländern. Dass das Deutsche Magazin «folker» ihm nun den Hauptartikel der aktuellen Ausgabe widmet, ist höchst verdient. Gabriels Ländlerorchester «Verändler» von 2018 (siehe Video oben), das uns von der Uraufführung an der letzten Stubete am See in bleibender Erinnerung ist, wäre heuer also nach Rudolstadt gekommen, ans grösste internationale Folkfestival weit herum. Nun ist es für 2021 geplant. So wie «folker» Andreas Gabriel den Titelbeitrag anvertraut, so wird die Stubete am See 2020 in Zürich und Sils zu einer Werkschau von Andi Gabriel.

16. Mai 2020

Eine Mazurka aus dem Repertoire von Cla Genua, Sent (1869-1937)

Wenn man sich durch die vielen Tausend Tanzmelodien in der Schweizer Volksmusik Sammlung von Hanny Christen vorarbeitet, kommen immer wieder besonders schöne Juwelen zum Glänzen, wie diese Mazurka MZ 02099, die der Engadiner Cla Genua gespielt haben soll, und die Florian Walser einfach arrangiert hat für Ihre Hausmusik (PDF unten zum Download). Cla ist in Sent geboren, wuchs in Italien auf, seine Eltern kamen dort wie viele "Randulins" (Schwalben) als Zuckerbäcker zu einem Vermögen und konnten ihrem Sohn ein Klarinettenstudium finanzieren. Cla Genua soll danach als Klarinettist in der Mailänder Scala gearbeitet haben, bevor er zurück nach Sent zog, wo er als Musikant weit herum geschätzt war. Anton Erni, Begründer der bis heute aktiven Chapella Erni, erlernte von Cla das Klarinettenspiel und die Theorie und hat ihn als bescheidenen und sehr passionierten und kompetenten Musiker geehrt. Anton Ernis Sohn Jachen Erni wiederum hat Florian Walser alte Engadiner Handschriften weitergegeben, die zur Premiere der «Kapelle Nogler» an der Stubete am See in Sils verhalfen. Im Repertoire der neuen «Kapelle Nogler» wird auch die Mazurka 02099 zu finden sein.

15. Mai 2020

Berlin – Island – Schweiz: Weltmusik der Stille im Brandenburgischen Wald

Die Reihe «Der fliegende Teppich» präsentiert das Duo «essence of north» mit Gerdur Gunnarsdottir aus Island und ihrem Ehemann Claudio Puntin aus Cham (ZG). Vier weit offene Ohren machen sich im Einklang mit den Geräuschen des Waldes auf eine Klangreise, wie sie nur ein lange vertrautes Duo kreieren kann. Sich entfernen und wieder verschmelzen, immer der Offenheit und dem Fundament der leeren Quint verpflichtet und örtlich trotz starken Brandenburgischen Bildern völlig ungebunden, mit fliegendem Teppich flugzeugfrei an verschiedene Weltorte versetzt. Gratulation und Dank nach Berlin für diese wunderbare Weltmusik.

14. Mai 2020

«Swiss-Roots» mit dem Tonhalle-Orchester Zürich an der Stubete am See

Von Florian Walser: Ein Vorgeschmack auf meine Orchestersuite «Swiss-Roots» gibt dieses Video von den BBC-Proms, wo David Zinman «Evviva i Soci» vor grossem Publikum in der Royal Albert Hall als Zugabe bei seinem letzten Konzert als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters dirigiert. David war auch Initiant dieses Arrangements: Kurz bevor wir mit Mahlers 1. Sinfonie auf Tournee fuhren, hörte er das Arrangement für das Schweizer Oktett, und da das Stück wie Mahlers 1. Sinfonie in D-Dur steht meinte er, ich solle doch eine Orchesterversion im Stile von Gustav Mahler machen. Danach war Evviva ein treuer Begleiter bei vielen Tournee-Konzerten, doch in Zürich wurde es nur wenige Male aufgeführt. Ich dachte immer, es wäre doch spannend, weitere "Hits" der Schweizer Volksmusik für Sinfonieorchester zu setzen, da es der Klang ist, in dem ich mich seit 30 Jahren täglich bewege. Und so entstand die Idee für «Swiss-Roots», zu «Evviva i Soci» kommen 10 weitere Tänze hinzu, Altes und Neues, Tänziges und Ruhiges, und als Reminiszenz an unser neues Festival in Sils darf auch Ueli Moosers «Malojawind» nicht fehlen. Alle Orchesterstimmen sind bereit, warten wir ab, ob wir Ende August ein grosses Sinfonieorchester auf der Bühne der Tonhalle Maag platzieren dürfen.

13. Mai 2020

Heute um 20 Uhr ONLINE STUBETE

Verschiedene MusikerInnen der Stubete am See 2020 sind heute abend beteiligt an der Stanser Online-Stubete von Pillow Song und dem Kulturhaus Chäslager Stans. Reinhören lohnt sich – und bitte das Instrument zu Hause bereithalten, man kann auch selber mitspielen!


12. Mai 2020

Konzert und Stubete mit Rampass an der Stubete am See in Sils

Ein schöner Vorgeschmack auf die Stubete am See in Sils ist dieser knackige Schottisch von Markus Flückiger. Rampass mit Markus Flückiger, Reto Grab, Reto Kamer und Sepp Huber wird die Konzertserie vom Stubete-Samstag im Oktober eröffnen und abends zum Tanz laden.

11. Mai 2020

Märku Hafner, Teil 5

Das Album «Wenn d'Husmusig Jeremias z'Tanz ufschpiut» erschien 1996 und ist heute vergriffen, mit Ausnahme der Musikkassetten, die Exlibris zeitgemäss online anbietet. Heute stellen wir hier die Polka «Dr aut Trinser» zum Anhören zur Verfügung, wie wir finden ausgesprochen lüpfig musiziert von Märku Hafner (Violine), Paolo Imola (Klarinette), Johann Buchli (Schwyzerörgeli) und Bernhard Künzler (Bass). Unten finden Sie die von Märku wunderbar gestalteten Noten als Download. Er berichtet vom Einfluss der Jenischen in der Bündner Volksmusik und vom Komponist Seppli Metzger aus Trin (geboren 1843). Wir widmen Märku, der Ende April verstarb, eine Reihe von Artikeln in diesem Tagebuch.

10. Mai 2020

Der Orgelpunkt zum Sonntag

Annerös Hulliger spielt in der Berner Heiliggeistkirche ein Concerto grosso von Arcangelo Corelli. Und wir meinen herauszuhören, dass da eine Organistin am Werk ist, die sich auch immer wieder mit der alten Schweizer Volksmusik beschäftigt, klingt doch auch ihr Corelli tänzig und hat sie das Werk selbst bearbeitet, wie es sich für VolksmusikantInnen gehört. An der Stubete am See in Zürich wird sie uns alte Tänze auf einer Emmentaler Hausorgel präsentieren, und an der Stubete am See in Sils kommt sie mit uns zum kleinen Örgeli in der Kapelle in Fex Crasta und spielt danach Musikantisches in der offenen Kirche Sils. Danke ganz herzlich Annerös für dein inspirierendes Sonntagskonzert!

9. Mai 2020

Ein Experiment: Dieses Wochenende ein wenig Finnisch lernen?

Warum nicht mal voll dabei sein in einer Finnischen Band? Wir machen es möglich: Hier die Noten der Friggin' Polska zum Mitspielen. Die Stubete am See wünscht ein schönes Wochenende!

8. Mai 2020

Der virtuelle Jodelchor jutz.ch

Die Stubete am See freut sich besonders, 2020 gleich drei junge Chöre zu präsentieren. jutz.ch ist ein besonders innovativer Jodelchor unter der Leitung von Simone Felber und Benjamin Rapp. Heute und in naher Zukunft sind Chöre und Orchester besonders von den Distanzregeln betroffen. Um so schöner, dieses Lebenszeichen von jutz.ch zu hören und zu hoffen, dass es uns 2020 gelingt, ihre Musik in die Tonhalle Maag zu bringen!

A traditional Appenzell Zeirly

Here is a wonderful morbid Zäuerli from the Appenzell from the new album «Angst» from «The Dead Brothers» (the funeral rock'n'roll orchestra since 1998). At first we thought the video was about Johannes Schmid-Kunz (Gwandsenn), the managing director of Stubete am See, thinking about the Festival 2020...

6. Mai 2020

Auch wenn wir weiterhin an eine Durchführung der Stubete am See 2020 glauben und an möglichen Szenarien arbeiten, so sind wir realistisch genug, anzunehmen, dass unsere geschätzten Tanzkurse 2020 sowohl in Sils als auch in Zürich coronabedingt eher nicht stattfinden werden. Als kleines Trostpflaster für all die begeisterten Tänzerinnen und Tänzer der Stubete am See hier ein Lichtblick aus Finnland. Viel Vergnügen!

5. Mai 2020

Johannes Schmid-Kunz strahlt beim 8. Balkonkonzert

So schlecht kann es um die Stubete am See 2020 in diesen Corona-Wellen nicht stehen, wenn man sich Johannes anschaut, der bei seinem 8. Balkonkonzert strahlend die Auflösung des Rätsels von letzter Woche verkündet:

"Meine Lieben, die Bass-Begleitung des 7. Corona-Balkonkonzerts hat zu einigen erfolglosen Lösungsversuchen und einer richtigen Lösung geführt. Es handelt sich (saisongerecht) um den Walzer «Früehlig im Appenzellerland» von Alders Jock. Hier ist nun als 8. Corona-Balkonkonzert die Melodie dazu. Ich wünsche euch stets gute Gesundheit und eine erfolgreiche Woche und grüsse herzlich, euer Gwandsenn Johannes."

PS: Mit etwas technischem Geschick können Sie das Video vom 30. April unten so starten, dass Sie Bass und Melodie zusammen anhören können...

Märku Hafner, Teil 4

Heute möchten wir der jungen Geigerin Iris Keller das Wort geben, die berichtet, wie sie den Austausch mit Märku über 2 Generationen hinweg erlebt hat:

"Märkus Musik hat mich durch meine Eltern, die früher viel mit ihm unterwegs waren, von klein auf begleitet. Ich hatte das grosse Glück, dass ich vor ein paar Jahren auch selber noch die Gelegenheit hatte, eine Zeit lang mit ihm «z giige». Die Proben mit ihm waren für mich sehr eindrucksvolle und bleibende Erlebnisse: Seine Herzlichkeit, seine so offen gezeigte und ansteckende Begeisterung für die Musik, sein Wissen und Können, das er so vorbehaltlos in seinen Tipps weitergab und natürlich seine unverwechselbaren und berührenden 2. Stimmen «obedüre»."

Die Aufnahme des «Gigabella-Schottisch» ist in einer dieser Proben entstanden: Märku Hafner, Iris Keller, Thomas Keller und Christoph Kuhn sind beteiligt.

3. Mai 2020

Märku Hafner, Teil 3
Kreation statt Reproduktion

Was Märku Hafner, der vor 4 Tagen verstarb, im Begleitheft zum 2. Gurtenfestival 1980 zu Papier brachte, möchten wir Ihnen zum heutigen Sonntag anstelle von Musik und im Andenken an Märku Hafner mit auf den Weg geben:

"Folkfestivals sind etwas für Volksmusikpuristen. Volksmusikpuristen sind Leute, die fühlen oder wissen, dass sich die Volksmusik mit der Denkweise des Volks wandelt, oft sehr rasch und sehr gründlich wandelt, dass die Volksmusik nicht schematisiert, reglementiert, konserviert, auf drei Stilrichtungen, drei B-Tonarten, drei Taktarten und drei Instrumente festgesetzt oder über längere Zeit zur Handelsware erniedrigt werden kann, dass die Volksmusik weder von den Noten noch von den Tonträgern noch von den Massenmedien noch vom Nutzen aus Tantiemen lebt, dass Volksmusik so vielschichtig, vielfältig, vielmaschig und so sehr allen möglichen Einflüssen und Veränderungen unterworfen ist wie das menschliche Empfinden, Denken und Trachten, wie das menschliche Leben.

Volksmusik ist Leben. Wirkliche Volksmusik kommt nie aus dem Reservat, aus dem Museum, folgt nie den starren Direktiven eines Verbandszentralvorstandes, einer Kultur- oder Programmkommission oder einer Wettspieljury. Sie kommt aus dem Herzen. Aus jungen und junggebliebenen Herzen. Aus fröhlichen, traurigen, launischen, zornigen, enttäuschten, zuversichtlichen und liebenden Herzen.

Skeptiker, angehende Volksmusikforscher und amtierende Ressort-Heimat-Leute können auf dem Gurten zur Schule gehen. Gewöhnliche Kinder hingegen, kleine, grössere, erwachsene und betagte Kinder, müssten allesamt ihre Blockflötli, Schnuregygeli, Gitäreli und Zitherli aus Schränken und Truhen hervorsuchen und damit auf den Gurten eilen. Nur die Stars dürfen von mir aus zuhause bleiben." (Bild: Gurtenfestival 1977)

Märku Hafner, Teil 2

Die Stubete am See 2020 widmet sich dem Emmental, dies Dank der Zusammenarbeit mit Thomas Keller und Christoph Kuhn, zwei langjährigen Weggefährten von Märku Hafner. Was sie uns derzeit an Material über Märku zukommen lassen, ist unglaublich, tausend Dank dafür! Heute also nimmt Sie Christoph Kuhn mit auf eine Reise nach Norwegen zu Märku:

"1981 nahm ich mit der adhoc-Gruppe «Bärner Mischträppeler-Musig» an einem Kulturaustausch des Volkstanzkreises Bern mit einer Volkstanzgruppe aus Jessheim/Norwegen teil. Wir Musiker reisten eine Woche vorher bereits im Land umher. Plötzlich erspähten wir auf dem Bahnhofplatz ein veritables, altes gelbes Schnauzen-Postauto. Wir inspizierten es neugierig: Es gehörte Michael Scherling, Mitglied des Volkstanzkreis, der es zum «Camper-Bus à la Rotel» umgebaut hatte. Michael bot uns an, fortan mit ihnen statt mit dem dünn gestrickten öV zu reisen. Wir stiegen ein – da erschien aus einer Schlafkoje ganz hinten im Dunkeln ein haariges Wurzelmännchen-Gesicht: Es war Märku Hafner, der oft zusammen mit Michael Originelles unternahm. Fortan spielte er natürlich mit seiner Geige auch in unserer adhoc-Musikgruppe mit – alles in B-Tonarten (bis Ces), da wir nur B-Klarinetten und B-Örgeli mit dabei hatten.

Zum obigen Tonbeispiel: «Walenstädter-Polka» – ein 1880-er Walenstädter Stück, das nicht nur Märku, sondern auch mein Vater via Goldi Merker aus Amerika erhalten hatte."

1. Mai 2020

 

Märku Hafner, Teil 1

Von Florian Walser: Gestern wurde bekannt, dass Märku Hafner in seinem 92sten Lebensjahr verstorben ist. Meine Beziehung zur Volksmusik hängt stark mit Märku Hafner zusammen. Sein kunstvoller Notenband «Mit Musig ungerwägs» ist für mich seit 30 Jahren voller Entdeckungen: Diese reiche Welt von Zeichnungen, langen Geschichten, wunderbarer Musik von ihm und aus aller Welt, botanischen Zeichnungen, Harmonieerklärungen, Tanzanleitungen, Erzählungen, wo gerade dieses Stück für ein verträumt tanzendes Kind gespielt wurde, und wo sich "ds junge Vouch a de Feschtiwau i di totali Säubschtvergässeheit u absoluti Glücksäligkeit ichetanzet u ichetobet het". Märku schreibt von sich: "Zwei Seelen (wie die meisten Leute): 50% sesshafter Einwohner, 50% rastlos Fahrender, Heimatsuchender". Und immer wieder schreibt Märku "vor Musig ir Neechi vom Himu". «D'Näbufee», ein Walzer von Märku Hafner von 1982, gibt heute das Ensemble Kouglof Märku mit auf den Weg zum Himmel. In den kommenden Tagen wird er hier in teils unveröffentlichten Aufnahmen zu hören sein und Weggefährten erzählen über ihre Begegnungen mit Märku Hafner. Er war Wegbereiter der heutigen Volksmusikbewegung und ein bewundernswert ehrlicher Musikant und Künstler.

30. April 2020

Johannes Schmid-Kunz mit einem Rätsel

"Ich habe das Gefühl, mein sonntägliches Balkonkonzert müsste jetzt etwas anspruchsvoller werden. So habe ich heute eine Bassstimme gespielt, die zu einem Appenzeller Walzer gehört. Um welchen Walzer handelt es sich? Die Melodie spiele ich nächsten Sonntag. Euch allen wünsche ich eine gute Woche." Die Lösung folgt demnächst hier.

29. April 2020

Ein vorbildliches Angebot aus dem benachbarten Bundesland Bayern

Der Bayerische Rundfunk hat 8 verschiedene Radioprogramme. Eines davon ist BR Heimat mit folgendem Profil: „BR Heimat, das ist bayerische Volks- und Blasmusik mit Moderatoren und Gästen, die in Bayern daheim sind. Volkskundliches und Brauchtum finden hier ihren Platz, Tradition mit dem Blick auf die Gegenwart. Heimat ist das Hier und Heute, Heimat ist der Ort, wo die Menschen in vertrautem Umfeld leben, aber auch die eine oder andere Überraschung erleben.“ Wir möchten Ihnen heute empfehlen, einmal eine Weile in das Programm hinein zu hören. Ein wunderbar farbiges Musikprogramm mit vielfältigstem Instrumentarium und auch Zeitgenössischem. Wir finden: Ein vorbildliches Angebot, das wir uns zum Vorbild nehmen könnten. Danke Madlaina Janett für den Hinweis.

28. April 2020

Macht Lust auf mehr Aeschbacher

Ein Monolog von Thomas Aeschbacher auf seinem Schwyzerörgeli, das lässt träumen, was da noch kommt, wenn er an der Stubete am See seine Musik mit Schwyzerörgeli, Gitarre, Trümpi, Geige, Bratsche, Cello, Bass, Hackbrett, Bassklarinette, Hörnern, Zink, Harmonium und dem Klanguniversum von Budy Lehmanns Percussion erklingen lässt!

27. April 2020

Ein persönlicher Fingerabdruck

In «Minsk» berührt Albin Brun mit seinem «Alpin Ensemble» verschiedene Ebenen: Die runden achttaktigen Teile eines Schottisch, dessen Melodik aber eher kirgisische Eltern hat, das einfache und betörend finnisch angehauchte Trio, wo Maria Kalaniemi hinter den Noten hervorblinzelt und der offene Raum der Jazzimprovisation. Markenzeichen vom «Alpin Ensemble» ist die wohltuende Beschränkung auf wenige Töne und der Zauber von Albin Bruns Kompositionen, die die Schweiz immer mit der Welt verbinden.

26. April 2020

Finnische Fidel-Grenzgänger

Für einen Tag eine Reise in den Norden Finnlands, wo derzeit tagsüber Temperaturen von 0° herrschen. Wer Frigg aus Norwegen kennt, der kennt sie wohl so, wie im Video unten am Orkney Folk Festival. In «When the Land is White with snow» gelingt den Streichern von Frigg eine zeitlose Ballade zwischen Folk und Klassik – ein selten schönes Zeugnis von «grenzenlos». Das Festival Stubete am See sieht sich selber auch als Grenzgänger: das Volksmusik-Festival im Klassiktempel.

 

25. April 2020

Der Volksmusik auf der Spur mit dem Roothuus Gonten

In dem Landstrich der Schweiz, wo junge MusikantInnen Volksmusik mit der Muttermilch trinken, da steht das Roothuus Gonten, das Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik. Hier ist zu erfahren, wie der Weg von der Tradition zu Neuer Schweizer Volksmusik verlaufen kann.

24. April 2020

Eine Schlange in der Kirche Meiringen

Wenn man sich mit alten Handschriften und Aufzeichnungen auseinandersetzt, stösst man im 17. und 18. Jahrhundert immer wieder auf das Bassinstrument «Serpent». Da und dort sind diese symbolhaften Instrumente noch erhalten, aus Holz gebaut, mit Fingerlöchern, aber wie ein Blechinstrument angeblasen. Herzlichen Dank nach Böningen zum Schlangenbeschwörer Roland Schwab für sein eindrückliches Video.

23. April 2020

Vorpremiere mit Brun & Brunner

«Novecento» ist eine wunderbare Geschichte von Alessandro Baricco, die gut in die Corona-Zeit passt: Das Buch handelt von einem Pianisten, der sein ganzes Leben von der Geburt bis zum Tod quasi in freiwilliger Quarantäne auf einem Ozeandampfer verbringt. Albin Brun hat zur Geschichte Musik geschrieben und jetzt für sein Schwyzerörgeli-Duo mit Kristina Brunner neu arrangiert. Danke Kristina und Albin für diesen Vorgeschmack auf eure neue CD, die an der Stubete am See 2020 getauft wird!

22. April 2020

Berner Redouten Tänze

Annerös Hulligers Wirken ist ganz den Orgeln gewidmet. Wir freuen uns auf ihre Auftritte an der Stubete am See in Zürich und Sils, wo die Emmentaler Hausorgeln, wie die oben hörbare aus Kleinhöchstetten, ganz Erstaunliches aus ihrer langen Geschichte erzählen werden. Etwa von den Bällen in Bern, Redouten genannt, wo diese Sauteuse im frühen 19. Jahrhundert erklang. Annerös Hulliger hat die Handschriften entdeckt und veröffentlicht. Auch der Scherenschnitt von Anne Rosat (unten), mit der Orgel in der Firstkammer, ist in ihrem Besitz. Ein Universum...

Scherenschnitt von Anne Rosat, Ausschnitt

21. April 2020

Häxeschit und Halszither – es gibt neben Käse auch andere Emmentaler Spezialitäten

Heute spielt Neoländler für uns als Vorpremiere einen Emmentaler Kuhreihen mit Walzer-Intermezzo von Iris. Man beachte das für Neoländler typische und sonst untypische Instrumentarium mit grossem und kleinem Häxeschit oder Halszither. Dank nach Sumiswald, für diese Corona-Stuben-Aufnahme!

20. April 2020

Frauen-Viergesang aus Appenzell

Ein grosser Schatz im Archiv des Roothuus Gonten ist der Nachlass der vier Böhlmeedle, eine notierte Erinnerung an die vier Schwestern Broger vom Böhl in Gonten, die weit herum bekannt waren mit ihrem A-capella-Gesang. Riccarda Neff trat mit Samira, Lorena und Alissa als «Meedle» in deren Fussstapfen – und dank Corona macht sie sich in ihrem erfolgreichen Video gleich selber zum Quartett.

19. April 2020

Stubete am See und Dvořáks Achte

Die Stubete am See ist seit ihrer ersten Durchführung 2008 stark mit der "klassischen" Musikwelt verbunden: Die Grundidee des Festivals war und ist, Hochkulturorte wie die Tonhalle Zürich für Volks- und Unterhaltungsmusik wieder durchlässig zu machen. Unsere Beziehungen zu klassischen Institutionen sind vielfältig. So sammelten etliche MusikantInnen der Neuen Schweizer Volksmusik wertvolle musikalische Erfahrungen im Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester SJSO, das heuer seinen 50. Geburtstag feiert. Gerne geben wir dieser einzigartigen Institution heute und hier eine Plattform!

18. April 2020

Duo-Kunst Flückiger-Räss jetzt auch bebildert

Was aus dem Hause Flückiger-Räss kommt, ist stets äusserst gekonnt gemacht. Danke Nadja und Markus für euer druckfrisches Video! Duo-Kunst scheint übrigens im Trend zu sein – die Stubete am See bietet den aktuellen Überblick:



17. April 2020

"Die Fundamentin" des Ländlerorchesters 2020

In Thomas Aeschbachers Ländlerorchester 2020 werden sich 12 Musikantinnen und Musikanten zu einem Orchester zusammenfinden. Jedes Orchester basiert auf dem Bass, seinem Fundament. Heute stellen wir "die Fundamentin" Madlaina Küng gleich dreifach vor!

16. April 2020

Emmentaler Juzz der Familienmusik «Neoländler»

Glück hat, wer in der Familienmusik spielt, wie das bei «Neoländler» aus Sumiswald der Fall ist. Da wird trotz Corona fleissig geprobt. Hier ein erstes Müsterli, weitere werden folgen. Neoländler schreiben uns dazu: "Ein Juzz von Iris und «Geisterfahrer» – ein gemeinsam improvisiertes widertäktiges Stück zum Thema motorisiertes Emmental, inspiriert von Motorrädern, die mit 157 km/h und heulenden Motoren über unsere Pässe fahren." Diese Aufnahme ist übrigens eine Vorpremiere für unsere Tagebuch-Hörer!

15. April 2020

Alles wird langsam

Herzlichen Dank, Dominik Flückiger, fürs Hochladen deines Walzers «Eliane»: Dein eigenes Schwyzerörgeli-Orchester musiziert corona-entschleunigt und das Video entführt uns in die derzeit verbreitete Corona-Hypnose. Da und dort fühlt man sich in alte Zeiten zurückversetzt, als das Harmonium den Gottesdienst in einer kleinen Bergkirche begleitete. Dominik, wir freuen uns auf deine Premiere an der Stubete am See!

14. April 2020

Ruhe und Weitsicht auf dem Schwyzerörgeli

Wohltuend, bescheiden, einfach, still, zuversichtlich, Situations-bejahend, Räume-öffnend, Horizont-erweiternd, 5:53 Schwyzerörgeli-Duo-Überraschung, Zungengesang auf 4'000 Meter ü.M... Ein Generationen-übergreifender Dialog mit dem Duo Brun & Brunner.

13. April 2020

So tönte es vor 100 Jahren im Emmental...

Serge Schmid führt seit vielen Jahren online das Entlebucher und Emmentaler Musikarchiv. Es ist immer wieder spannend, auf seiner Website all die alten Aufnahmen anzuhören, und im Falle der «Scheidegger Seven» über die Lebensgeschichte der Musikanten zu lesen. Wie bei analogen Schellackplatten aus dem Appenzellerland fällt beim Jodel die Virtuosität der Sängerin Jeanne Günter-Scheidegger und ihr für heutige Ohren ausgeprägtes Vibrato auf. Danke Serge für deine unermüdliche Arbeit für die Musik im Entlebuch und Emmental!

12. April 2020 Ostersonntag

"Klang führt in einen Raum, der grösser ist als wir selbst. Darum ist Klang Spiritualität."

Peter Roth gibt mit der 6-teiligen Kurzfilmserie «Vom Zauberklang der Dinge» einen eindrücklichen Einblick in seinen Kosmos. An der Stubete am See wird er das Programm vom Sonntag 30. August um 10 Uhr mit «The root of the root» eröffnen, einer Premiere in Wort und Musik.

11. April 2020

"En Schnäfu Musig us em Ämmitau"

Die Stubete am See 2020 gibt der Region Emmental eine Plattform, um innovative und zeitgenössische Volksmusik, aber auch Trouvaillen aus der langen Geschichte zu präsentieren. Ein Hauptwerk wird das Ländlerorchester 2020 von Thomas Aeschbacher, das er Im Video gleich selber vorstellt. Die 12 Musikanten werden hoffentlich schon bald mit den Proben beginnen können. Danke Thomas für deine riesige Vorarbeit für die Stubete am See!

10. April 2020

Inspiration aus dem Jura

Das Programm «djÂse!», eine imaginäre Jura-Folklore, ein "spectacle musical en patois d'oïl du jura" hat an der Stubete am See 2020 Premiere. Wir freuen uns ganz besonders auf dieses Werk, das einen neuen und so, wie wir Jacques Bouduban kennen, einen überraschenden Blick auf die Volksmusik der Romandie werfen wird.

9. April 2020

Überraschung vom Trio Griffig

Was doch so ein Tagebuch bewirkt: Wir lernen neue Ensembles kennen! Das Trio Griffig war bisher noch nicht auf unserer Landkarte, obwohl – Anita Dachauer (Schwyzerörgeli und Jodel), Emanuel Krucker (Hackbrett) und Madlaina Küng (Kontrabass) sind alle drei an der Stubete am See 2020 beteiligt:


8. April 2020

Janett Juhee, am Silsersee!

Am Sonntag 18. Oktober 2020 werden wir an der Stubete am See in Sils im Engadin die Uraufführung «Janett Juhee, am Silsersee!» erleben mit 9 Janetts und 4 fast-Janetts. Mit Domenic Janett als «directeur artistique« wird dann aus so einer spontanen Engadiner-Session ein dramaturgisch ausgeklügeltes Konzert „all’Engadinese“. Nun erreicht uns obiges Video aus Janetts Küche, Domenic kocht mit seinen Kindern «Ralph aller Ralphe» vom Trio «Die Hoamligen». Danke ganz herzlich in die Berge hinauf nach Stuls für diesen berührenden Beitrag!

7. April 2020

Einblick in die Premiere der «Emmentaler Tanzmusig»

Die «Emmentaler Tanzmusig» schreibt uns zum Languus, notiert 1832 von Samuel Sommer, Sumiswald: "Während der erste Teil harmlos Ländlermusik-artig beginnt, bewegt sich der 2. Teil nur in der IV. und V. Stufe! Auch der 3. Teil erfüllt nicht heutige Harmonisierungs-Erwartungen von Volksmusik-gewohnten Ohren."
Dieser Proben-Mitschnitt zeigt eine erste Auslegeordnung der «Emmentaler Tanzmusig» zu diesem Stück, die gerade noch vor dem Corona-Lockdown stattgefunden hat...
Danke Christoph Kuhn und Mitstreiter für euer grosses Engagement am Emmental Spezial der Stubete am See 2020!

6. April 2020

Schottisch KV 622

Von Florian Walser: Mozarts Klarinettenkonzert KV 622 und sein Klarinettenquintett KV 581 in Kurzform. Hier also die Quelle von gleich zwei Meisterwerken – gefunden in einem typischen Schottisch.

5. April 2020

Tinu Heiniger meldet sich zu Wort

An der Stubete am See 2020 erwarten wir auch einige Künstler, die neben der Musik mit Texten arbeiten. Einer davon ist der gebürtige Emmentaler Liedermacher Tinu Heiniger. Wir freuen uns besonders, dass er unser Tagebuch mit zwei seiner neusten Texte bereichert!

Hier gehts zu «In der Stille der Nacht» und «Ir Wyti vom Himmu»

4. April 2020

Schmid-Kunz auf dem Balkon

Die Vorbereitungsarbeiten für die Stubete am See 2020 laufen weiterhin tagein, tagaus. Johannes Schmid-Kunz, administrativer Leiter der Stubete am See, geniesst den Feierabend in Corona-Zeiten auf seine Art.

3. April 2020

Ambäcks Corona-Session

Wir hoffen natürlich, dass wir Ambäck an der Stubete am See in Zürich und im Herbst in Sils hören werden! Ambäcks Corona-Notmusik zeugt von deren Qualitäten: Traumwandlerisches Zusammenspiel (auch auf weite Distanzen), nordischer Groove, den wir in der Schweizer Volksmusik so schon lange nicht mehr gehört haben und dazu noch technisches Können bei der Aufnahme, wie es in Corona-Zeiten selten anzutreffen ist! Was für einen Start in den Tag!

2. April 2020

Eine alte Melodie aus dem Toggenburg

Von Florian Walser: Dieses Büchlein von Ulrich Baumgartner von 1804 liegt im Ackerhuus in Ebnat-Kappel. Daraus habe ich eine einfache und fröhliche Melodie arrangiert. Und weil wir zu Hause bleiben sollen, spiele ich alle Stimmen selber mit B- und C-Klarinetten. Mich fasziniert es darüber zu sinnieren, wann wohl so eine Melodie, die nicht aus der Feder von Beethoven oder Schubert stammt, das letzte Mal gespielt wurde, unter was für Umständen, mit welchen Instrumenten und wie es den Musikanten im Leben damals so ging...